Jeder Zweite fürchtet seine Arbeitskraft zu verlieren

Jeder Zweite fürchtet seine Arbeitskraft zu verlieren

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Berufsunfähigkeit – Die häufigsten Ursachen

Nach einer aktuellen Untersuchung „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ des Analysehauses Morgen & Morgen sind psychische Erkrankungen der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit.

Jeder dritte BU-Fall im Jahr 2017 lässt sich auf Depressionen, Angststörungen, Burn-out sowie sonstige Nervenerkrankungen zurückführen. Die Rate der betroffenen Frauen ist dabei höher als die der Männer – zudem sind vor allem junge Frauen bis 30 häufig durch diese Krankheiten beeinträchtigt (fast jeder 2. BU-Fall). Gemäß dem Report von M&M ist seit 10 Jahren eine fast kontinuierliche Zunahme bei den Nerven- und psychischen Erkrankungen festzustellen. Nur zwei rückläufige Entwicklungen in den Jahren 2013 sowie 2017 lassen sich in dieser gesamten Zeitspanne ausmachen.

Nach der Psyche stehen an zweiter Stelle der Ursachen für die Versicherungsfälle Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Mehr als jede fünfte BU ist durch sie verschuldet. Krebs und andere bösartige Geschwulste sind für über ein Sechstel verantwortlich. Darauf folgen Unfälle und erst knapp jeder 14. Fall ist auf Herz- und Gefäßkrankheiten zurückzuführen.

Das verbleibende Sechstel der Ursachen für eine Berufsunfähigkeit setzt sich aus sonstigen Krankheiten zusammen.

Furcht vor Arbeitskraftverlust ist hoch

Das Thema Berufsunfähigkeit ist eines der wichtigsten im Kopf der deutschen arbeitenden Bevölkerung: Fast jeder zweite der Bundesbürger fürchtet, seine Arbeitskraft zu verlieren. Dies ist das Ergebnis der im April 2019 durchgeführten Onlineumfrage der Yougov Deutschland GmbH im Auftrag der DEVK Versicherungen (repräsentative Umfrage für die dt. Bevölkerung über 18 Jahren mit 2.038 erwachsenen Teilnehmern).

Die Gründe für die große Sorge sind vielfältig. Der Löwenanteil der Befragten – mehr als jeder
Dritte – fürchtet sich vor allem vor den durch eine BU entstehenden finanziellen Einbußen. Der Aussage „Ich habe vor allem deshalb Angst, meine Arbeitskraft zu verlieren, weil ich gerne arbeite“ stimmte ca. jeder Neunte zu.

10 Prozent der Umfrageteilnehmer sorgen sich nicht um den Fall der Berufsunfähigkeit, da sie sich gut abgesichert fühlen. Grundsätzlich keine Angst vor dem Arbeitskraftverlust hat noch nicht einmal jeder Fünfte – gerade Frauen, Personen mit mindestens zwei Kindern und Auszubildende beziehungsweise Studierende stimmten dieser Aussage deutlich seltener zu.

Vorsorgestrategien der Deutschen

Schlussendlich hat die DEVK noch erfragt, wie die Umfrageteilnehmer aktuell für den Fall vorsorgen, dass sie ihre Arbeit nicht mehr ausüben können. Während jeder Neunte „Weiß nicht“ angab, hat sich nur rund jeder Dritte privat gegen den Arbeitskraftverlust geschützt.

Jeweils etwa jeder Siebte gab an, als Absicherung eine BU, beziehungsweise eine private Unfallversicherung, zu besitzen, wobei der Anteil der Befragten mit zwei oder mehr Kindern fast ein Viertel dabei ausmacht.

Jeder 20. hat eine Erwerbsunfähigkeit-Versicherung, eine Grundfähigkeits-Versicherung nur jeder 50. Befragte. Ein Elftel hat in naher Zukunft vor, sich privat abzusichern.

Insgesamt besitzt mehr als die Hälfte der Deutschen gar keine private Absicherung: 9 Prozent haben vor, sich bald abzusichern; ganze 30 Prozent sind der Ansicht keine Absicherung zu benötigen, da sie aktuell nicht berufstätig sind und 21 Prozent der Befragten gaben an, sich auf die gesetzliche Absicherung zu verlassen.

Die letzte Aussage ordnet die DEVK als „bedenklich“ ein. Der Staat ist seit circa 20 Jahren nicht mehr in den BU-Schutz involviert – BU-Schutz fußt seitdem auf privater Initiative. Bestandsschutz genießen nur Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden.

Für alle jüngeren Arbeitnehmer gibt es im Falle des Verlusts der eigenen Arbeitskraft nur noch eine gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung, die nicht sehr hoch ist: 2017 erhielt ein Neurentner im Schnitt knapp 716 Euro monatlich. Der Lebensunterhalt kann dadurch wahrscheinlich kaum bestritten werden. Über den oben genannten Link können Sie sich informieren, wer grundsätzlich Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente hat und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um für diese Rente in Frage zu kommen.

Quelle: Eigene Darstellung nach M&M